Da ich immer häufiger mit Holz arbeite, nervt mich das ständige spannen mit Schraubzwingen.

Nie passt der Platz.

Die Zwingen sind immer im Weg.

Man findet keine geeignete Stelle an der Werkbank.

Die Sicherheit kommt dabei meistens zu kurz.

Ich habe mich daher entschieden, meine Werkbank mit einer Vorderzange nachzurüsten.

Diese an einer Hobelbank übliche Spannhilfe ist bestens dafür geeignet, Werkstücke schnell, sicher und schonend fest zu klemmen.

Im folgende Artikel erkläre ich, wie du an jeder beliebigen Werkbank eine Vorderzange nachrüsten kannst und dass ohne großen Kosten und Zeitaufwand.

 

Meine Top 5 Gründe, die für eine Vorderzange sprechen

  • Die Arbeit mit einer Vorderzange ist um ein vielfaches einfacher und schneller als mit andere Spannmöglichkeiten.
  • Das Werkstück wir geschont.
  • Die Backen sind bündig mit der Arbeitsplatte, wodurch sich viele Möglichkeiten eröffnen.
  • Sollten die Backen einmal abgenutzt oder beschädigt sein, lassen sich diese einfach tauschen.
  • Eine Vorderzange ist bei fast jeder Werkbank nachrüstbar.

Vorbereitung und Planung

Die Vorderzange habe ich im Internet bestellt, als erstes verschaffe ich mir einen Eindruck von der Qualität sowie dem Lieferumfang und der Funktion.

Mit knapp 70€ hält sich der Preis wirklich in Grenzen.

Die gelieferte Qualität ist für den Preis sehr gut.

Keine Grate, saubere Fertigung.

Die Spindel ist sehr leichtgängig.

Alles in allem bin ich bis hierhin sehr zufrieden.

Im Lieferumfang ist lediglich die Vorderzange selbst ohne Zangenschlüssel, Befestigungsmaterial oder Backen oder des Zangenkörpers enthalten.

Die Funktion ist wie man sich vorstellen kann entsprechend einfach. Dreht man die Spindel nach rechts, schließt sich die Zange und nach Links, öffnet sie sich. Was auch sonst.

Spannbereich und Abmessungen findest du hier: Abmessungen

Falls du Interesse hast, hier der Aufbau einer Vorderzange: Aufbau

Bei der Planung der Werkbank habe ich eine eventuelle Vorderzange bereits bedacht und daher weiß ich auch schon, wo ich sie platzieren werde.

Generell gilt, es sollte nach links und rechts genügend Platz sein, um auch größere Werkstücke einspannen zu können.

Ideal wäre noch die Positionierung an einer Ecke der Werkbank, um so von mehreren Seiten am Werkstück arbeiten zu können.

Aber sehr wichtig ist, Platz unter der Arbeitsplatte für die Montage zu haben, dabei sind die von mir gewählten 10cm schon beinahe zu wenig.

Platz unter der Arbeitsplatte ist auch sinnvoll, wenn diese mit Banklöchern nachgerüstet werden sollte.

Materialbedarf

Ich verwende für die Backen Sperrholz, von einem früheren Projekt.
Ich denke man kann aber jedes Holz verwenden, das man gerade hat.
Hartholz ist zwar besser aber ich kann die Backen ja jederzeit tauschen.

Außerdem benötige ich für die Montage noch eine Halteplatte für den Zangenkörper, Schrauben zur Befestigung der Zangenkörper und der beiden Backen.
Ich fertige die hintere als auch die vordere Zange aus separaten Teilen.
Das hat den Grund, dass ich diese bei Beschädigungen tauschen kann.
Zusätzlich bin ich so nicht von der Dicke der Arbeitsplatte abhängig, was die Backengröße angeht.

Durch die Halteplatte kann ich den Zangenkörper weiter nach unten rücken, um so einen noch größeren Spannbereich zu gewinnen.

Wäre schade, wenn sich in der Verwendung herausstellen würde, dass die Backen zu klein ausgeführt sind.
Also solltest du dem vorbeugen und die Backen gleich größer machen.

Zuschnitt und verleimen der Backen

Als erstes schneide ich die Backen der entsprechenden zu.

Dabei richtet sich die Größe nach deiner Werkbank und Anwendung.

In meinem Fall habe ich eine Größe von 400x150mm gewählt.

Für die vordere Backe verleime ich 2 Platten zu einer dickeren, um eine mögliche Durchbiegung zu verhindern.

Ausschnitt in der Arbeitsplatte

Während die Verleimung trocknet, mache ich den Ausschnitt in der Werkbank.

Hierzu habe ich mir als Hilfe ein Holz im rechten Winkel aufgespannt, um so einen möglichst rechtwinkligen Schnitt durchzuführen.

Die Schnittfläche wird später zur Referenz der Rechtwinkligkeit der Backe zur Arbeitsflächenoberseite und sollte daher möglichst genau sein.

Nach dem sägen, arbeite ich die Schnittfläche nochmal mit der Hobel nach.

Bohrungen der Backen

Als nächsten Schritt bohre ich die Löcher für die Spindel und für die Führungsstangen.

Diese werden absichtlich größer gebohrt, um so eine spätere Justage der Backen möglich zu machen.

Die Position übernehme ich vom Zangenkörper.

Die Einzelteile fixiere mittels Klebeband, um so in allen Teilen gleich zu bohren.

Ausrichtung und Montage des Zangenkörpers

Nun folgt die Montage des Zangenkörpers unter der Werkbank.

Leicht nach hinten versetzt, um einen Splittern der Arbeitsplatte zu verhindern.

Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Vorderen Backen Parallel zur Arbeitsplatte sind.

Dazu wird der Zangenkörper mit Schraubzwingen befestigt, die Vordern backen auf die Frontplatte geklemmt und die Zange geschlossen.

Sollte die Backen nicht parallel zur Arbeitsplatte sein, so kann man nun den Zangenkörper noch nachjustieren.

Zur Befestigung des Zangenkörpers musste ich durch den geringen Platz die Schraube mit einem Keil nach oben pressen, bis dieser ins Holz geschnitten hatte.

Auf die Halteplatte wird abschließend noch ein schmaler Streifen aus Holz geleimt. Dadurch wird der Zangenkörper bündig mit der Vorderkante der Arbeitsplatte. Und die hintere Backe kann im rechten Winkel mit der Arbeitsplatte verschraubt werden.

Ausrichten der Backen

Jetzt kann die hintere Backe mit Holzschrauben an der Werkbank befestigt werden.

Die Vorderbacke wird auf die Frontplatte aufgeschoben und genau in Position geklemmt.

Erst jetzt empfehle ich dir die Löcher für die Befestigungsschrauben anzuzeichnen oder vorzubohren.

Das ganze wieder lösen und die Befestigungslöcher in der Vorderbacke bohren.

Dann werden die Löcher auf der Rückseite noch aufgebohrt, um den Schraubenkopf zu versenken.

Jetzt das Ganze wieder zusammensetzen und die vorderen Backen ausrichten und festschrauben.

Schleifen der Backen und finale Montage

Zum Abschluss werden die Backen mit der Arbeitsplatte bündig geschliffen.

Der Sicherungsring montiert und fertig ist die Vorderzange.

Es fehlt nur noch der Zangenschlüssel, das wird das nächste Projekt.

Fazit

Die Montage der Zange war einfach und unproblematisch.

Die ersten Arbeiten damit sind eine wirkliche Erleichterung im Vergleich zum Arbeiten mit Schraubzwingen.

Auch der Preis ist für die Qualität wie bereits erwähnt absolut angemessen.

 

 

Was hälst du vom Einsatz einer Vorderzange? Schreibs mir in die Kommentare.

Und jetzt ab in die Werkstatt und werkeln.